
Superior General
![]() |
|
![]() |
Schwester Adalberta Mette
|
| ******* | |
| ******* Go to former letters (Archive, beginning July 2005) |
|
|
All letters are printed as PDF-Files. You need the Adobe Reader to open them.
If you do not have the ADOBE READER you can download it in your respective language. |
|
| supgenerale@sccgen.org |

THAT ALL MAY BE ONE
*******
Bericht über meinen Besuch in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten in Chile
9.-18. April 2010
Hier öffnen
*******
|
Eine Geschichte zum Nachdenken:
DAS HOLZPFERD Das Herz sieht, was das Auge nicht erkennen kann... Das Holzpferd lebte länger in dem Kinderzimmer als irgend jemand sonst. Es war so alt, dass sein brauner Stoffüberzug ganz abgeschabt war und eine ganze Reihe Löcher zeigte. Die meisten seiner Schweifhaare hatte man herausgezogen, um Perlen darauf zu ziehen. Es war in Ehren alt und weise geworden. "Was ist wirklich?" fragte eines Tages der Stoffhase, als sie Seite an Seite in der Nähe des Laufställchens lagen, noch bevor das Mädchen heimgekommen war, um aufzuräumen. "Bedeutet es, Dinge in sich zu haben, die summen, oder einen Griff zu haben? "Es geschieht nicht auf einmal", sagte das Holzpferd. "Du wirst. Es dauert lange. Das ist der Grund, warum es nicht oft an denen geschieht, die leicht brechen oder die scharfe Kanten haben oder die schön gehalten werden müssen. Im Allgemeinen sind zu der Zeit, da du wirklich sein wirst, die meisten Haare verschwunden, deine Augen ausgefallen; du bist wackelig in den Gelenken und sehr hässlich. **** diese Dinge sind überhaupt nicht wichtig: denn wenn du wirklich bist, kannst du nicht hässlich sein, ausgenommen in den Augen von Leuten, die überhaupt keine Ahnung haben." |
|
THE SKIN HORSE
The Skin Horse had lived longer in the nursery than any of the others. He was so old that his brown coat was bald in patches and showed the seams underneath, and most of the hairs in his tail had been pulled out to string bead necklaces. He was wise, for he had seen a long succession of mechanical toys arrive to boast and swagger, and by-and-by break their mainsprings and pass away, and he knew that they were only toys, and would never turn into anything else. For nursery magic is very strange and wonderful, and only those playthings that are old and wise and experienced like the Skin Horse understand all about it. "What is REAL?" asked the Rabbit one day, when they were lying side by side near the nursery fender, before Nana came to tidy the room. "Does it mean having things that buzz inside you and a stick-out handle?" "Real isn't how you are made," said the Skin Horse. "It's a thing that happens to you. When a child loves you for a long, long time, not just to play with, but REALLY loves you, then you become Real." "Does it hurt?" asked the Rabbit. "Sometimes," said the Skin Horse, for he was always truthful. "When you are Real you don't mind being hurt." "Does it happen all at once, like being wound up," he asked, "or bit by bit?" "It doesn't happen all at once," said the Skin Horse. "You become. It takes a long time. That's why it doesn't happen often to people who break easily, or have sharp edges, or who have to be carefully kept. Generally, by the time you are Real, most of your hair has been loved off, and your eyes drop out and you get loose in the joints and very shabby. But these things don't matter at all, because once you are Real you can't be ugly, except to people who don't understand." "I suppose you are real?" said the Rabbit. And then he wished he had not said it, for he thought the Skin Horse might be sensitive. But the Skin Horse only smiled. The Boy's Uncle made me Real," he said. "That was a great many years ago; but once you are Real you can't become unreal again. It lasts for always." The Rabbit sighed. He thought it would be a long time before this magic called Real happened to him. He longed to become Real, to know what it felt like; and yet the idea of growing shabby and losing his eyes and whiskers was rather sad. He wished that he could become it without these uncomfortable things happening to him. |
| EL CABALLO DE MADERA El corazón percibe lo que los ojos no pueden detectar El caballo de madera había vivido más tiempo que cualquiera de los demás en el cuarto de juegos. Era tan viejo que su piel marrón estaba completamente gastada y mostraba una serie de agujeros. Habían arrancado la mayor parte del pelo de su cola para hacer collares de cuentas. Era muy sabio pues había visto llegar una larga sucesión de juguetes mecánicos jactándose y presumiendo, y uno a uno romperse sus mecanismos y terminarse. Él sabía que ellos eran sólo juguetes, y que nunca llegarían a ser otra cosa. La magia de la sala de juegos es muy rara y hermosa, y sólo aquellos juguetes viejos y sabios y experimentados como el caballo de madera, pueden entenderlo. "¿Qué es REAL?", le preguntó un día el conejo de peluche, cuando yacían el uno junto al otro, cerca de la ventana, antes de que la niñera fuera a acomodar la habitación. “¿Significa tener algo en el interior que zumba y tener cuerda? “Uno no ha sido hecho Real”, dijo el caballo de madera. “Es algo que le pasa a uno. Cuando un niño te ama por mucho, mucho tiempo, no simplemente para jugar contigo, pero REALMENTE te ama, entonces te haces Real.” "¿Y eso duele?" preguntó el conejo. "A veces," dijo el caballo de madera, porque él siempre decía la verdad. "Cuando eres Real no te importa que te duela.” "¿Eso sucede toda de una vez, como cuando te dan cuerda, o poco a poco?," preguntó el conejo. "No sucede todo de una vez," dijo el caballo de madera." Lleva un largo tiempo. Por eso es que no sucede a menudo en aquellos que se rompen facilmente, o que tienen bordes afilados, o que tienen que ser llevados con cuidado. Generalmente, cuando ya eres Real, la mayor parte de tu pelo se ha ido, tus ojos se han salido, estás muy gastado y quedas en muy mal estado. Pero esas cosas no importan, porque una vez que eres Real no puedes ser feo, excepto para las personas que no comprenden.” "¿Supongo que tú eres real?" dijo el conejo. Y deseó no haberlo dicho, pues pensó que el caballo de madera podia ser muy sensible. Pero el caballo sólo sonrió. “El tío del niño me hizo Real”,dijo. "Eso fue hace muchos años, pero una vez que eres Real, no puedes volverte irreal nuevamente. Dura para siempre." El conejo suspiró. Pensó que pasaría un largo tiempo antes que esa magia llamada Real le sucediera a él. Deseaba llegar a ser Real, para saber qué se siente; pero todavía la idea de gastarse y perder sus ojos y sus bigotes era más bien triste. Deseaba poder serlo sin que le sucedieran esas cosas desagradables. |
*******
|
„Fuerza Chile!“ Diesen Appell habe ich während meines einwöchigen Aufenthaltes in Chile immer wieder gelesen: auf Spruchbändern, auf zerstörten Hauswänden, auf Bussen und Lastwagen. „Fuerza Chile!“ In diesen zwei Worten liegt alles, was die Menschen in Chile brauchen: Ermutigung, nicht aufzugeben, einen festen Willen zum Wiederaufbau, Vertrauen in die Zukunft. Im Deutschen könnte man diesen Aufruf am besten so umschreiben mit „Mit aller Kraft voran, Chile! Gib nicht auf! Wir bauen dich wieder auf.“ Meine Reise führte mich vom 9. bis 18. April von San Bernardo, dem Sitz des Provinzialates, nach Santiago und San Fenrando bis in die am schwersten betroffenen Gebiete in der VII. und VIII. Region: Concepción, Chiguayante, Talcahuano und Cauquenes. Es ist nicht leicht, das Ausmaß der Zerstörung zu beschreiben, das ich noch nach mehr als fünf Wochen nach dem Erdbeben mit einer Stärke von 8,8 auf der Richterskala sehen konnte. In San Bernardo, Santiago und San Fernando haben unsere Niederlassungen kleinere Schäden erlitten, ich sage „kleinere“ im Vergleich zu unseren Häusern in Concepción, Talcahuano und Cauquenes. In Concepción haben wir zwei große Schulen: Das Colegio Inmaculada Concepción in der Stadtmitte und das Colegio María Inmaculada im älteren Teil der Stadt, eine Niederlassung, die noch auf die Zeit Mutter Paulines zurückgeht. Schule und Konvent in der Stadtmitte hatten große, zum Teil strukturelle Schäden erlitten. Das vierte Stockwerk mit der Schülerbibliothek war vollständig eingestürzt. Ein Wiederaufbau ist uns aus finanziellen Gründen nicht möglich. Auch eine Pausenterasse hielt dem Erdbeben nicht stand und stürzte ein. In allen Klassenräumen, in der großen Kapelle der Schule und in der Klausur der Schwestern hat das Beben starke Risse in den Wänden hinterlassen. Diese müssen einzeln überprüft werden. Befinden sich die Risse nur an der Oberfläche, ist die Reparatur relativ einfach. Wenn aber die Struktur der Räume betroffen ist, nimmt die Restaurierung wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Vieles an Lehrmaterial ist unbrauchbar und muss ersetzt werden. Ich habe das ganze Gebäude und Gelände als eine einzige Baustelle erlebt und das knapp zwei Wochen vor Schulbeginn! 50 Arbeiter sind im Einsatz, damit der Unterricht zu dem von der Regierung angeordneten Termin einigermaßen verlaufen kann, wenn auch zunächst nur verkürzt. Der Konvent der Schwestern ist nicht bewohnbar. Gott Dank haben wir in Concepción einen zweiten Schwesternkonvent, der kaum beschädigt wurde, so dass die Schwestern dort ein neues Zuhause finden konnten, allerdings in den ersten zwei Wochen unter großen Einschränkungen; denn es gab weder fließendes Wasser noch Strom. Jede Kommunikation per Telefon oder Internet war unterbrochen. Wegen der Angst vor den zum Teil starken Nachbeben schliefen die Schwestern behelfsmäßig auf Sesseln oder auf der Erde in der Nähe der Ausgangstür. In der Schule María Inmaculada in der Altstadt von Concepción konnte der Untericht im März in zwei Schichten wieder aufgenommen werden. Am Vormittag erhält die Oberstufe verkürzten Unterricht, am Nachmittag die Unterstufe. Ein Teil der von 1500 Schülerinnen besuchten Schule kann noch nicht benutzt werden. Der Schwesternkonvent hat, wie ich schon erwähnte, geringe Schäden erlitten. In der Stadt Concepción selbst konnte ich viele zerstörte Häuser sehen. Relativ neu gebaute Hochhäuser stehen wegen Einsturzgefahr leer und müssen abgerissen werden. Viele Menschen leben noch in kleinen Zelten, was mit der zunehmenden Kälte die Lage erschwert. An einigen Stellen konnte ich sehen, dass die Stadt sich um einige Zentimeter gesenkt hatte. Die Bürgersteige sind voller Schutt oder wegen zerbrochener Steinplatten schwer gangbar. Sehr stark betroffen ist die Hafenstadt Talcahuano bei Concepción, die nach dem Erdbeben noch von einem heftigen Tsunami heimgesucht wurde, der einen großen Teil der Wohnhäuser und Geschäfte unter Wasser gesetzt oder ins Meer gerissen hat. Viele Straßen sind wegen Einsturzgefahr der Häuser gesperrt. Von der für uns unvorstellbaren Kraft des Tsunami zeugen große Fischerboote, die bis weit in die Stadt hinein geschleudert wurden und noch nicht entfernt werden konnten. Der Platz im Zentrum der Stadt gleicht einem großen Supermarkt unter freiem Himmel. Wie lange dieser unhaltbare Zustand noch andauern wird, ist nicht abzusehen, denn die Markthalle, die kurz vor der Wiedereröffnung stand, fiel vor einigen Tagen einem Großbrand zum Opfer. In unserem Colegio sind fast alle Klassenräume beschädigt. Am meisten wurde die große Kapelle der Schule in Mitleidenschaft gezogen. Eine große Muttergottesstatue in einer mit Glas bedeckten Nische an der Hauswand hatte sich um 180° gedreht. Zur Zeit sind 30 Arbeiter am Werk, um die Klassenräume bis zum Schulbeginn am 26. April einigermaßen wieder herzustellen. Am heftigsten wurde unsere Schule in Cauquenes getroffen. Der über 100jährige Altbau musste vollständig abgerissen werden, ebenfalls die Kapelle der Schule. Ein Wiederaufbau ist uns aus finanziellen Gründen nicht möglich. Die Struktur des neueren Teils der Schule hielt dem Erdbeben stand, aber dennoch ist kein einziger Klassenraum brauchbar. 40 Arbeiter sind am Werk, damit ein Teil des Unterrichts am 26. April wieder aufgenommen werden kann. Im Ort Cauquenes ist fast jedes Haus entweder völlig zerstört oder stark beschädigt. Besonders die mit Lehmziegeln gebauten Häuser, die sehr alt sind, haben diesem Erdbeben nicht standgehalten. Überall liegen große Schutthaufen, Straßen sind gesperrt. Besonders schwer haben die Kirchen gelitten. In Cauquenes gibt es kein Gotteshaus mehr, das benutzt werden kann. Ähnlich ist es in den anderen Orten. Etwa 80 Prozent der zum großen Teil historischen Bauten fiel dem Erdbeben zum Opfer. Das stellt die Diözesen Chiles vor kaum zu lösende Aufgaben. Gottesdienste finden zur Zeit im Freien statt, was jedoch mit zunehmender Kälte und bei Regen nicht mehr möglich sein wird. Trotz aller Zerstörung haben mich zutiefst der starke Wiederaufbauwille der Menschen und die Solidarität untereinander tief beeindruckt. Alle Schwestern und Mitarbeiter, die ich sprechen konnte, erzählten zunächst immer wieder von ihrer Todesangst in der Nacht des 27. Februar, und diese Angst ist nicht einfach abzulegen, zumal es immer wieder Erstöße gibt, die zum Teil sehr stark sind. Für die Menschen war es wichtig, dass sie ihre Not, ihre Verluste, ihre Sorgen vor der Zukunft aussprechen konnten und dass ich ihnen versichtern konnte: „Ihr seid nicht allein. Wir sind mit euch, wir helfen euch, so viel wir können.“ Hin und wieder war auch die Frage zu hören, ob das Erdbeben eine Strafe Gottes sei. Bei vielen aber hat das Erdbeben zum Nachdenken über die eigentlichen Werte des Lebens geführt. Materielle Güter verloren an Bedeutung. Wichtig wurden das Geschenk des Lebens, der Zusammenhalt der Familien und der Nachbarn, das Teilen des Wenigen, was noch da war, die Hilfe untereinander Werte, die in unserer konsumorientierten und individualistisch orientierten Gesellschaft leicht in Vergessenheit geraten. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Besuch für die Chilenische Provinz ein wichtiges Zeichen für die Solidaritiät und die Einheit der Kongregation war. Oft habe ich mich verabschiedet mit dem Appell: „Fuerza Chile! Das Leben geht weiter und ist stärker als Zerstörung und Tod.“ Rom, 20. April 2010 |