Paderborn, 03.08.2007
Liebe Schwestern!
Die vierte Woche des Generalkapitels geht zu Ende und damit kommt diese bedeutsame Zeit in Paderborn zum Abschluss. Noch einmal sende ich Ihnen einen kleinen Bericht zu, in dem ich Sie wieder ein wenig an meinen Eindrücken teilnehmen lassen möchte.
Inhaltlich beschäftigten wir uns ab Montag im Zusammenhang mit dem Kapitel „Formation“ intensiv mit der Frage nach Weiterführung von Erneuerungskursen und mit Inhalten und Gestaltung „lebenslanger Fortbildung. Unserer Zusammenarbeit und dem Miteinander mit Laien und unseren Laien-Assoziierten widmeten wir ebenfalls viel Zeit. Sehr engagiert wurde auch über das Für und Wider einer Mitgliedschaft in so genannten „Nicht-Regierungsorganisationen“ diskutiert. Die Mitgliedschaft könnte uns als gesamte Kongregation einbinden in einen gemeinsamen Informations- und Aktionsfluss im Zusammenhang mit dem weltweiten Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.
Ein Thema, das uns in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen wird, war die Frage der anzupassenden oder zu verändernden Strukturen innerhalb der Kongregation, um weiterhin in guter Weise unserem Sendungsauftrag gerecht zu werden.
Eine Gruppe von Delegierten, die die Aufgabe übernommen hatte, das Kapitelsdokument zu schreiben, stellte zwischenzeitlich ihre Entwürfe vor, um Verbesserungen einzuarbeiten.
Das Dokument wird Ihnen sicher bald vorliegen und Ihnen viel von den Erfahrungen, vom Ablauf und von den Ergebnissen vermitteln, aber ebenso auch etwas von der Atmosphäre widerspiegeln, die die gesamten vier Wochen prägte. Wir alle haben den Eindruck, dass das Dokument inspirierende Impulse enthält und wir hoffen, dass etwas vom „Feuer“ des Kapitels überspringt.
Allmählich haben sich die unterschiedlichen „Webfäden“ zu einem vielfarbigen Werkstück zusammengefügt. Ich meine, dass dieses Bild vom Weben, das ich von der Plenarversammlung der Generaloberinnen in Rom im Mai dieses Jahres übernommen habe, auch treffend für den Ablauf unseres Kapitels ist.
Ja, wir haben viel miteinander gearbeitet, und die Betonung des „miteinander“ ist sehr bedeutsam, aber alles gemeinsame Nachdenken, Diskutieren und Beschlussfassen war immer eingebettet in stille Momente des Gebetes, der Meditation. Die tägliche heilige Messe mit kurzen Impulsen zu Lesung und Evangelium, die Pater Anthony, unser Moderator, jedes Mal überzeugend in Beziehung brachte zu unserer derzeitigen Situation, die morgendliche Anbetungszeit, die Präsentation der unterschiedlichen Jesusbilder, die für jeden Tag von einer anderen Schwester vorbereitet worden war... das waren die „Webfäden“, die dem ganzen Werk Halt und Struktur gaben und uns immer mehr in der Tiefe miteinander verbanden, so dass schließlich selbst die „Dreisprachigkeit“ nicht mehr als trennend empfunden wurde.
Unsere Kenntnisse, die wir von den Provinzen, respektive vom Generalat und von den Philippinen hatten, erfuhren durch die (zumeist Powerpoint-)Präsentationen eine deutliche Vertiefung und Erweiterung. Zu ihren Präsentationen hatten die Schwestern zusätzlich Symbole mitgebracht, die für das jeweilige Land typisch sind. Am Ende der vier Wochen war die Mitte des Festsaals damit nun gut ausgefüllt. Zusammen mit der Osterkerze und den sieben weiteren Kerzen, die gleichzeitig die Gaben des Heiligen Geistes und die Provinzen mit Generalat und Unit der Philippinen symbolisierten, hatten wir unsere gesamte Kongregation buchstäblich immer gut im Blick.
Die unterschiedlichen Elemente, die alle zum Generalkapitel gehörten, das waren die „Fäden“, mit denen „Farbe und Muster“ gewirkt wurden.
Ein Geschenk der besonderen Art machte uns am Freitagnachmittag eine der Übersetzerinnen. Sie hatte eine eigene Powerpoint-Präsentation vorbereitet, in der sie uns noch einmal Eindrücke, „Momentaufnahmen“ aus den vier Wochen des Kapitels zusammengestellt hatte. Dazu gehörten auch die Jesus-Bilder, die sie noch einmal an unseren Augen vorbei ziehen ließ. Damit auch die Schwestern „zu Hause“ einen Ein-Blick bekommen, hatte S. Melissa für alle Provinzen etc. eine DVD mit der gesamten Präsentation vorbereitet.
Am Samstagmorgen erwarten wir Herrn Weihbischof König für die Abschlussmesse. Darin wird unter anderem das Licht, dessen vielfältige Bedeutung uns durch unsere Arbeit wieder neu bewusst geworden ist, in verschiedenen Weisen zur Geltung kommen.
Im Laufe des Vormittages unterschreiben wir dann das Kapitelsdokument und beschließen offiziell das 22. Generalkapitel. Wie schon gesagt, die eigentliche Arbeit, nämlich die Umsetzung liegt noch vor uns und wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen.
Gemeinsam mit den Mutterhausschwestern errichten wir schließlich innerhalb eines Wortgottesdienstes den Friedenspfahl im Binnenhof. Der Pfahl möge uns immer wieder neu daran erinnern, wie und wo wir unseren Beitrag zum Frieden leisten können.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich Dank sagen: zunächst Gott, dessen Geist wir deutlich unter uns gespürt haben, ebenso Ihnen, liebe Schwestern, die Sie uns mit Ihrem Gebet und Ihrem Interesse begleitet haben. Danken möchte ich ganz persönlich für das Vertrauen, das Sie mir in den vergangenen sechs Jahren geschenkt haben und wieder bereit sind zu geben.
Mit herzlichen Grüßen und Wünschen
Ihre S. Angelika
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