peter john

Österliche Morgengymnastik

In dieser biblischen Ostergeschichte wird viel gelaufen: Maria Magdalena, die erste Auferstehungszeugin, läuft zu den Aposteln. Petrus und Johannes laufen zum Grab in einer Art heiligem Wettlauf. Jeder hat sein eigenes Glaubenstempo: Nicht jeder kann ein leichtfüßiger Johannes sein, der „sah und glaubte".

Morgen werden es die Emmausjünger sein, die müde weggehen und freudig wieder zurücklaufen und später die Jesusfreunde, die in alle Welt hinausgehen. Die Osterbotschaft bekommt Beine bis auf den heutigen Tag. So hat es ja auch damals in Bethlehem schon angefangen: Engel, Hirten, Könige, das hochheilige Paar selbst und sogar der Stern am Himmel geraten in Bewegung. Wovon das Herz voll ist, davon geht offenbar nicht nur der Mund über, das fährt uns auch in die müden Glieder. Es ist ja auch wirklich unglaublich: Der sicherste Aufenthaltsort der Welt, ein Grab, soll plötzlich leer sein.

Aber er bleibt nicht verschollen, er lässt sich finden von denen, die ihre letzte Hoffnung auf ihn gesetzt haben. Auch heute noch. Unser Herz darf keine „Black Box" werden, die irgendwann aufhört, Signale zu senden, es darf zum Osternest werden, das zum Verweilen einlädt, zum Ausbrüten, aber auch zum Fliegen, so wie jedes Nest. Diese österliche Morgengymnastik möge uns am Laufenden halten und uns helfen, auch im Leben schon manche Steine wegzurollen. Gute Kondition! (Ernst Windbichler)

dom kreuz2

Betrachte lange das Mindener Kreuz aus dem 11. Jahrhundert. Vor ihm haben viele Genenrationen in ihren Ängsten und Leiden Trost gefunden. Dieser gekreuzigte Christus - ohne Dornenkrone und Seitenwunde - ist in sich versunken bis in den Tod. Wer lange hinschaut, entdeckt in dem Gekreuzigten das neue Leben - Tod und Auferstehung in einer Gestalt. Aus dem Antlitz dieses Gekreuzigten strahlt jedem Menschen in Not Hoffnung und Frieden zu.

 

dom kreuz1

 

durchkreuzt

 

 Das namenlose, statistisch nicht erfassbare, unzählbare menschliche Leid schaut uns aus diesem Bild an. Der Mensch in seiner Trostlosgikeit, Einsamkeit, Verlassenheit begegnet uns hier. Roland Peter Litzenburger, der dieses Antlitz gezeichnet hat, gibt diesem geschundenen Menschen den Namen CHRISTUS. Das ist nicht willkürlich, sondern entspricht einer zentralen Aussage christlicher Botschaft. Jesus hat sich gerade der geschundenen Menschen angenommen, sich einfachhin mit ihnen identifiziert. Diese Tatsache, dass Gott wirklich Mensch geworden ist, und zwar selbst einer von den leidenden, zerschundenen Menschen, kann uns Hoffnung geben. (NorbertGreinacher)

VON MIR ZU DIR

unsere arme bauen eine brücke
über abgründen und schluchten
mutig wandere ich von mir zu dir
im vertrauen dass du mir entgegen kommst
und meine fremde besiegst

lass uns in jedem atemzuge sagen
ängste dich nicht vor mir
wer soll denn wenn nicht wir
die tränen trocknen und einander

engel sein wenn nacht uns
jeden weg verdunkelt

Wilhelm Bruners

1042 gründete Bischof Bruno (1036-1055) auf dem Werder östlich vor Minden das Benediktinerkloster St. Mauritius.

Wegen ständiger Hochwassergefahr wurde es 1434 auf einen höher gelegenen Platz im Anschluß an die Pfarrkirche St. Simeonis verlegt. Die Benediktiner übernahmen hier die Seelsorge und errichteten ab 1464 eine eigene Kirche. Das zweischiffige Gotteshaus mit einem Langchor diente zunächst vorwiegend dem klösterlichen Leben. Nach der Verstaatlichung 1810 wurde das Kirchenschiff in ein Artilleriezeughaus umgebaut. Seit 1950 ist die Mauritiuskirche katholische Pfarrvikarie. (Text: U. Faber-Hermann)

Der Kreuzweg in der St. Mauritiuskirche

 

 

Google Translate

English French German Italian Portuguese Russian Spanish
Go to top